Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2011: "Eine andere Sprache. Das Bild und die Grundlagen der menschlichen Kommunikation"

Eröffnung der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2011 "Die Sprache der Bilder" des Schweizer Kunsthistorikers Professor Dr. Gottfried Boehm

27.04.2011

Was ist ein Bild und was leisten Bilder für die menschliche Kommunikation? - Dieser Fragestellung widmet sich Professor Dr. Gottfried Boehm am Dienstag, 3. Mai 2011, im Rahmen der Eröffnungsvorlesung "Eine andere Sprache. Das Bild und die Grundlagen der menschlichen Kommunikation" der ihm verliehenen 12. Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2011 der "Freunde der Universität Mainz e.V.". Der international renommierte Schweizer Kunsthistoriker und Bildwissenschaftler Professor Dr. Gottfried Boehm wird sich gemeinsam mit den Gästen in der Ringvorlesung "Die Sprache der Bilder" im Sommersemester 2011 mit der Bedeutung und Wirkung von Bildern auseinandersetzen, mit ihrer Funktion und Erscheinungsvielfalt als künstlerisches, wissenschaftliches, religiöses und kommunikatives Medium. Das Ziel der Veranstaltungsreihe besteht darin, die Grundlagen des heutigen Bilddiskurses, den aktuellen Stand der Bildforschung und die Bedeutung für Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft aufzuzeigen.

Die Eröffnungsvorlesung beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal RW 1, Neubau Recht und Wirtschaft, Jakob-Welder-Weg 9, Campus der Universität. Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.  

In der europäischen Wissenschaftsgeschichte ist der Bilddiskurs erst spät entstanden, was angesichts einer alten und starken Bildkultur verwundert. Und es ist umso überraschender angesichts reproduktiver Bildtechniken, die das fotografische und das bewegte Bild zu einem massenhaften Gebrauchsgegenstand gemacht haben. Dank digitaler Technologien wurden Bilder in den vergangenen Jahren, was sie zuvor in der Geschichte nie gewesen waren, nämlich alltägliche Mittel einer weltweiten Kommunikation. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Gottfried Boehm hat die Bildgeschichte und Bildwissenschaft zum seinem Forschungsthema gemacht. Der Leiter des Nationalen Schweizerischen Forschungsschwerpunkts „Eikones – Bildkritik. Macht und Bedeutung der Bilder“ wird sich im Rahmen der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2011 mit der Bedeutung und Wirkung von Bildern auseinandersetzen, mit ihrer Funktion und Erscheinungsvielfalt als künstlerisches, wissenschaftliches, religiöses und kommunikatives Medium. 

Prof. Dr. Gottfried Boehm, 1942 in Braunau (Böhmen) geboren, studierte Kunstgeschichte, Philosophie, Germanistik in Köln, Wien und Heidelberg. Nach der Promotion in Philosophie und Habilitation in Kunstgeschichte war er von 1975 bis 1979 Dozent und apl. Prof. für Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Von 1979 bis 1986 hatte er den Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen inne. Seit 1986 ist Gottfried Boehm Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Basel. Dort leitet er auch seit 2005 als Direktor den Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) "Bildkritik". Professor Boehm war 2001/2002 Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin, ist seit 2006 Korrespondierendes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und seit 2010 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen die Kunst der Renaissance, die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, zeitgenössische Kunst, Probleme der Gattungen (insbesondere Porträt, Landschaft, Stillleben), Bildtheorie und Bildgeschichte, Methodologie und Hermeneutik sowie Kunsttheorie. Gottfried Boehm ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zum Thema Bild, Bildgeschichte und Bildwissenschaft.

Die Termine der Stiftungsprofessur 2011 im Überblick:

Beginn: jeweils 18:15 Uhr im Hörsaal RW 1, Haus Recht und Wirtschaft, Jakob-Welder-Weg 9  

  • Dienstag, 3. Mai 2011: "Eine andere Sprache. Das Bild und die Grundlagen der menschlichen Kommunikation"  
  • Dienstag, 10. Mai 2011: "Die Lust am Bild, oder: Was Bilder stark macht"  
  • Dienstag, 17. Mai 2011: "Lascaux. Neue Forschungen zur Höhlenkunst" mit Gastredner Prof. Dr. ès sc. Jean-Marie Le Tensorer, Institut für prähistorische und naturwissenschaftliche Archäologie, Universität Basel)  
  • Dienstag, 31. Mai 2011: "Ikon und Logos. Zur ursprünglichen Visualität des menschlichen Sprachvermögens" mit Gastredner Prof. Dr. Ludwig Jäger, Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule, Aachen  
  • Dienstag, 7. Juni 2011: "Bilder des Himmels und Bilder am Himmel - Mythologie. Theologie. Astronomie mit Gastredner Prof. Dr. Hans Belting, Institut für Kunstwissenschaft und Medientheorie, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe  
  • Dienstag, 14. Juni 2011: "Lebendigkeit. Das Bild als Ereignis"  
  • Dienstag, 21. Juni 2011: "Bilder jenseits der Bilder. Die Lehre der Moderne"  
  • Dienstag, 28. Juni 2011: "Galileo Galileo und die Bilder" mit Gastredner Prof. Dr. Horst Bredekamp, Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin  
  • Dienstag, 5. Juli 2011: "Erinnerungsbilder" mit Gastredner Prof. Dr. med. Joachim Küchenhoff, Ärztlicher Leiter Kantonale Psychiatrische Dienste, Chefarzt Kantonale Psychiatrische Klinik, Liestal
  • Dienstag, 12. Juli 2011: "Das Bild, das wir sind. Blick - Gesicht - Bildnis"

Die Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur

Anlässlich des 600. Geburtstags von Johannes Gutenberg im Jahr 2000 richteten die "Freunde der Universität Mainz e.V." die Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur als gemeinnützige Stiftung ein. Die Stiftungsprofessur wird aus privat gespendeten und gestifteten Mitteln sowie aus deren Erträgen finanziert. Sie ist Persönlichkeiten vorbehalten, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Leistungen oder ihrer Bedeutung im kulturellen und öffentlichen Leben in der Lage sind, Fachperspektiven zu verbinden und übergreifende Einsichten zu entwickeln. Inhaber der Stiftungsprofessur waren der Kulturhistoriker und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Fritz Stern (2000), der führende Vertreter der Evolutionsbiologie und Pionier der Soziobiologie Bert Hölldobler (2001), der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (2002), der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Wolfgang Frühwald (2003), der ehemalige Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Klaus Töpfer (2004), der Komponist und Dirigent Peter Ruzicka (2005), der Wiener Experimentalphysiker Anton Zeilinger (2006), der Immunologe Fritz Melchers (2007), der Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma (2008), Karl Kardinal Lehmann (2009) und die Neuropsychologin und Kognitionswissenschaftlerin Angela D. Friederici (2010).    

Freunde der Universität Mainz e.V.

Der 1951 gegründeten Vereinigung der "Freunde der Universität Mainz e.V." gehören zurzeit fast 1.000 Mitglieder und Ehemalige der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens, der Wirtschaft und der Politik an. Der Freundeskreis fördert Forschung und Lehre und steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen.

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Stiftung "Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur"
Univ.-Prof. Dr. Andreas Cesana
Vorsitzender
Studium generale der
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-22660
Fax +49 6131 39-23168

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